10. Malevil MTB Marathon
Man(n) braucht auch mal etwas Abwechselung in seinem Leben. Die sportliche Abwechslung hole ich mir durchschnittlich höchstens 2 mal im Jahr auf dem MTB. Für die erste Saisonhälfte ist das, wie schon die letzten beiden Jahr, der Malevil MTB Marathon in Tschechien. Mein MTB wurde hier vor einem Jahr letztmalig bewegt und schlummert seitdem im Keller. Etwas Öl auf die Kette und die Wartungsarbeiten waren auch schon abgeschlossen. Außerdem habe ich auch noch ein paar Rechnungen mit dieser Veranstaltung offen. Regen vor 2 Jahren und letztes Jahr 4 Platten sind keine tollen Erinnerungen...
Ich war für 9 Uhr mit Martin verabredet. Leider habe ich ihn bis 9.30 Uhr nicht auffinden können und bin dann allein zum Start gerollt. 9.35 Uhr kam er mir im Auto entgegen, da war er wieder der typische "Herrmann". Es wäre ja auch viel zu unspektakulär einfach mal mit etwas größerem Zeitfenster bei einer Veranstaltung anzureisen. Bisher hat er es ja auch immer geschafft trotzdem irgendwie pünktlich am Start zu stehen, aber diesmal..... Naja, ich rollte weiter. Auf dem Marktplatz standen die Teilnehmer schon im Startblock. Ich schaute rechts und schaute links, misst, dieses Jahr war die Strasse mit Absperrzäunen begrenzt, so dass man sich nicht seitlich reindränegln konnte. Am Ende zu starten hatte ich auch keinen Bock. Bei fast 800 Teilnehmer ist das Ende auch sehr weit vom Start entfernt! Ich beobachte wie ein paar meiner Landsleute sich schmerzfrei von vorn in die erste Reihe stellten und ahmte dies, mit etwas flauem Magen, einfach nach.Nun hielt ich ausschau nach Martin. Mit dem Startschuss endete mein Ausschauen erfolglos.
Nach nur kurzem einrollen auf Asphalt ging es ins Gelände. Die ersten 40 Kilometer sind technisch überwiegend anspruchslos, ich konnte mich daher in einer schnellen Gruppe gut platzieren und diese auch halten. Für mein erstaunen hat es mir auch Spass gemacht, noch. Die Gruppe dezimierte sich im Rennverlauf an den sehr knackigen und steilen Rampen. Durch den lockeren Untergrund waren diese teilweise auch noch zusätzlich anspruchsvoll. Auf den Geraden und bergauf konnte ich immer gut Tempo machen und die meisten meiner unmittelbaren Konkurenten distanzieren. Auf Grund meiner fehlenden Praxis auf dem MTB und den dadurch eingeschränkten Downhillfähigkeiten konnten immer wieder Konkurenten auf den Abfahrten zu mir aufschließen oder mich stehen lassen. Die Auffahrt zum Hochwald war wieder ein besonderes Highlight, steil und lockerer Untergrund, machen diesen Berg schwierig. Naja und die Abfahrt ist natürlich nicht weniger anspruchsvoll.
Sehr gefreut habe ich mich beim Anblick vom 2-km-Schild. Inzwischen hatte ich auch langsam die Schnauze voll von dem ständigen durchgeschüttel. Das Fahrrad war glücklicherweise auch noch sauber, super, aber dann kam doch noch ein Schlammloch, pfui und die Karre ist noch dreckig geworden. Nach 62 km und 2:47 Std konnte ich mich über einen 33. Platz von 743 Teilnehmern freuen. Jetzt reicht es aber auch wieder für eine Weile mit Gelände, die typischen Symptome die mich daran erinnern das ich dies nur selten machen wollte sind auch da: der Rücken schmerzt, die Arme sind schwer!
Es darf ja auch nicht alles gut verlaufen und so habe ich im Ziel festgestellte, dass meine Satteltasche komplett offen war und der gesamte Inhalt jetzt im Wald verstreut liegt. Ob ein offener Reißverschluss an der Satteltasche vielleicht auf eine stille Rache der verärgerten anderen Teilnehmer am Start zurückzuführen ist??? Ich werde es wohl nicht mehr herausfinden.
Im Ziel wartete ich auf Martin, etliche Minuten verstrichen aber dann kam er endlich. Der Gute hätte es fast pünktlich zum Start geschafft, musste dann jedoch seinen Autoschlüssel noch suchen und fuhr erst 17 Minuten nach dem eigentlichen Start über die Transpondersensoren. Seine Bruttofahrzeit brachte ihm immerhin trotzdem einen respektablen 111. Platz ein.

Michi übernimmt in der nächsten Saison die MTB-Abteilung!
