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22.5.2012 | 0:07

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3. Crosslauf Radibor

Es war ein windiger aber doch schöner Sonntagnachmittag als Steffi und ich gegen 13:30 Uhr in Radibor aufschlugen. Sehr überrascht waren wir beide, an der Strecke unsere Kopfjaegerkollegen Micha, Gregor und Franco anzutreffen. Letztere beiden hetzten zuvor durch die anspruchsvolle Radstrecke und waren grad im Begriff ihre Drahtesel in den wohlverdienten Feierabend ins Auto zu verbringen. Man hätte das aber vorher abstimmen können, um uns als Verein gemeinsam zu präsentieren - wir müssen mehr an der Kommunikation arbeiten...

Micha (der kleine blonde Junge aus dem Verein; Anmerkung von Steffi) war hilfsbereit wie immer und führte uns zum Organisationsbüro, damit wir uns für die 12km Laufstrecke nachmelden konnten. Ein Lob an dieser Stelle, da dies unkompliziert und zügig ablief. Anschließend besichtigten wir die offizielle ca. 1,5km lange Radstrecke und mussten feststellen, dass diese mit extrem steilen Auf- und Abfahrten durch die Waldlandschaft, extra aufgeschütteten Sandstrecken, hinweg über eine stillgelegte Bahnstrecke und weiteren Highlights den Sportlern alles an fahrerischem Können und Fitness abverlangte. Es machte sich in uns ein wenig Unwohlsein breit, da dieser Teil in unsere vier Mal zu absolvierende, 3km lange Laufstrecke fast komplett integriert war. Das konnte ja heiter werden. Zumal hatte ich den Begriff "Cross"lauf wohl nicht richtig verstanden, da meine Wahl auf die Rennlaufschuhe angesichts dem Streckenprofil nicht so optimal erschien.

Nachdem der 6km-Lauf dem Ende zu ging, läuteten die Veranstalter nahezu pünktlich gegen 15 Uhr für uns zum Start. Es hatte sich ein ansehliches Starterfeld gebildet, gemischt mit Staffelläufern und Einzelstartern. In der ersten Runde hieß es für mich erst einmal, mein Tempo zu finden und so fand ich mich zunächst im Mittelfeld wieder. Es gestaltete sich dann in den engen Waldpassagen sehr schwierig, mich weiter nach vorn zu schieben. Aber nach und nach nahm das Gedränge ab und nach ca. 1,5 km beim Verlassen aus dem Waldstück hatte ich dann Blick auf den Führungsläufer und dem vorausfahrenden Radbegleiter. Ich war auf Position 5, hatte ein gutes Gefühl und knusperte mehr und mehr an deren Vorsprung.

Steffen Waldmann von BLV Rot-Weiß Bautzen war direkt vor mir. Nach ein paar schnellen gewechselten netten Worten zog ich an ihm vorbei. Bis zum Ende der ersten Runde schob ich mich auf den 3. Platz vor. Im Zielbereich stellte ich aber mit Freude und gleichzeitigem Erstaunen fest, dass die beiden Läufer vor mir als Staffel unterwegs waren. Die "frischen" Wechselläufer überholte ich direkt nach deren Wechsel. Ich war fassungslos: Sollte ich etwa derzeit allen vorneweg laufen? Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in mir breit. Aber es waren noch drei Runden - sprich 9km - zu absolvieren. Da würde noch viel passieren, dachte ich mir. Und es dauerte auch nicht lang bis ich direkt hinter mir ein Keuchen vernahm, was mich über die Runden 2 und 3 nicht mehr verlassen sollte. Mein Kontrahent klebte mir an den Fersen und gab keinen Meter her. Besonders auf den offenen und sehr windigen Streckenteilen hatte ich mit meiner Motivation zu kämpfen, um das hohe Tempo zu halten. Ich merkte aber, dass mein Verfolger zunehmend schneller und unregelmäßiger atmete als ich.

Zum Ende der 3. Runde verrieten mir kurze Blicke über die Schulter, dass ich Boden gut machte. Also noch ein paar Kohlen nachgelegt um ihn endgültig zu demoralisieren. Eine Runde noch! Das könnte zu schaffen sein. Auf den offeneren Abschnitten hatte man einen guten Blick auf die Verfolger. Und es sollte noch einmal aufregend werden, da sich ca. 150m hinter mir ein neuer Kontrahent auf Platz 2 schob und den Abstand zu mir langsam aber stetig verkürzte. Es lag noch ca. eine halbe Runde vor mir bis zum ersehnten Ziel. Ich wollte mir die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und forcierte mein Tempo noch einmal, sprintete beinah die letzten 500m und genoss zum ersten Mal seit meinen Kindheitsläufen das Gefühl, als Allerallererster die Ziellinie unter dem Beifall der Zuschauer zu überqueren!!! Mit meiner Zeit von 47:11 Minuten war ich höchstzufrieden. Keine Runde über 12 Minuten und beste Runde in 11:35 Minuten. Ich nahm die Glückwünsche vom Bürgermeister der Gemeinde Radibor entgegen und begrüßte die nun folgenden Läufer.

Nun dachte ich an meine Steffi. Wann würde sie diesen anstrengenden Lauf endlich beenden können? Vier Minuten nach mir kam Claudia Heiduschka - neben Kathrin Tanzmann Steffis zweitgrößte regionale Konkurrentin - als erste Frau ins Ziel. Es sollte noch einmal knappe fünf Minuten dauern bis Steffi in sehr guten 56:14 Minuten das Ziel erreichte. Sie war von den Anstrengungen gezeichnet und konnte zunächst nicht begreifen, dass ich Sieger war. Ein bisschen ärgerte sich Steffi, als sie die Siegerzeiten der Frauen über die kurze 6km-Strecke hörte. Da wäre durchaus der 1. Platz drin gewesen. Aber alles in allem waren wir sehr glücklich und genossen zu Recht die Podestplätze, die mit erstaunlich vielen Präsenten bedacht waren. Ein großes Dankeschön an alle Verantwortlichen und Helfer bei diesem Ereignis. Es ist erstaunlich wie professionell so ein Wettkampf auf die Beine gestellt werden kann. Bis zum nächsten Jahr.

KOPFJAEGER RULEZ!!!
MfG Steffi und Andreas

26.10.2008

Kommentare

2 Kommentare
OSSV-Micha schrieb am 28.10.2008 21:16 email

Also Markus, du solltest es doch eigentlich wissen, bei einem Wettkampf mitten im Sorbenland zwinker

Glückwunsch Andreas!. Hab mich mächtig geärgert, als ich gesehen hab, wer 2. geworden ist (den hatte ich noch beim letzten Lauf in der Tasche). Aber deinen Schnitt hätte ich wohl auch ohne mein Mißgeschick nicht geschafft. Jetzt hoffe ich bloß, dass ich meine Bänder und Knöchel wieder schmerzfrei kriege Frown Wahrscheinlich ist Radfahren für mich doch ungefährlicher als Laufen ...

Grüße aus BZ

Markus Mörbe schrieb am 28.10.2008 18:42 email homepage

So, Kollege... jetzt darf ich endlich mal diesen Spruch hinterlassen: GROSSES KINO!!! Cool

Aber sag mal, ist das ne Russenflagge auf dem Steinchen!? Big Grins

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