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22.5.2012 | 0:12

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38. BMW Berlin-Marathon

Kopfjaeger-Crew schlägt Haile

Unser Vorhaben vom 25. September startete schon im Dezember 2010. Denn zu etwa dieser Zeit sollte man sich zum Megaevent Berlin-Marathon anmelden, wenn man seinen Startplatz für „günstiges“  Geld haben möchte. Gesagt, getan. Andreas und ich (Mareno) wollten das Ding rocken. Die Übernachtung organisierte Andreas dann im März im doch ganz angenehmen und eigentlich sehr dicht in Zentrumnähe gelegenen Hotel „Ferdinand“. Vielen Dank noch einmal an Dich, Andreas, dass ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin nur etwas mehr als eine Stunde unterwegs war. Dafür habe ich Dir auch die Startunterlagen mitgebracht.

Das ist auch schon das Stichwort. Wer andere Marathonmessen kennt, nimmt diese mindestens mal vier und hat dann in etwa die Berlin-Expo in Berlin Tempelhof. Das war mein erster gigantischer Eindruck vom Berlin-Marathon. In der Hauptstadt mit 40000 anderen Läufern fällt eben alles etwas größer aus. Am Wettkampfvorabend haben wir dann noch bei himmlischer (Brandenburger) Torbeleuchtung das Zielgebiet besichtigt und einen kleinen Imbiss genommen. Danach – viel zu spät ins Bett.

Dank unserer perfekten Unterbringung brauchten wir am Wettkampftag erst 06:00 Uhr aufstehen und 07:15 Uhr abfahren. Später in der in der eigens für die Läufer eingerichteten Start-Ziel-Area (Zuschauer: Zutritt verboten!) prallte es knallhart auf uns ein. Alles war voller Menschen, die Marathon laufen wollten. Natürlich mussten auch alle noch mal auf die Toilette. Das versprach längere Wartezeiten. Letztlich ein kleines gemeinsames Warmdribbeln in der Start-Ziel-Zone, dann waren wir nach etwa einem Kilometer auch schon an unseren Startblöcken. Und die waren extrem dicht besiedelt. Kalt war da keinem mehr.

Dann der Startschuss. Drei Minuten lang passierte erst einmal nichts. Dann kam die Masse in Bewegung. Es dauerte noch weitere sieben Minuten und einen kurzen Abstecher an den Zaun, bis ich die Startlinie passierte. Das dann allerdings schon in laufender Weise. Überraschend war für mich, dass ich erstaunlich schnell in mein Tempo fand. Es war bei weitem nicht so eng, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und von Anfang an säumten Zuschauer die Strecke. Das sollte sich auch bis zum Ziel nicht mehr ändern.

Vom Lauf selbst kann ich berichten, dass alles nach Plan lief. Der 03:45 hh:mm-Mann war mein bester Freund auf der Strecke und für mich war klar, dass bei 4 Stunden Zielzeit ich ihm solange wie möglich auf den Fersen bleiben würde. Ich trank regelmäßig, schob mir Gel um Gel rein und fühlte mich richtig gut bis Kilometer 35. Weitere 3 Kilometer später hatten meine Beine den Kampf gegen den Kopf gewonnen, den sie hatten den Kreislauf als Verbündeten. Ich musste Gehpausen einlegen, weil mir einfach ein bisschen Zucker fehlte. Den bekam ich bei Kilometer 40 – letzer Verpflegungspunkt. Ich schüttete mir gefühlte 5 Liter Tee und Isogetränke rein. Damit war ich fit für die letzten Meter und konnte wieder laufen. Wäre ich stehen geblieben, hätten meine Oberschenkel womöglich den Dienst versagt. Dann hätte ich wie ein Zinnsoldat mit Krämpfen auf der Rennstrecke rumgestanden.

Mein Zieleinlauf war wenig spektakulär. Schließlich war ich nicht der Einzige, der Feierabend machen wollte. Aber mit 03:58 hh:mm hatte ich mit minimalstem Trainingsaufwand mein Zeitziel erreicht und kann zu Recht behaupten, dass mein Kopf das Ding gemacht hat – wie es sich für einen KOPFJAEGER auch gehört.

Andreas war schon lange im Ziel. Mit persönlicher Bestzeit – 03:08 hh:mm. Dazu hier noch einmal Gratulation vom alten Mann. Er hatte inzwischen geduscht, sich seine Zeit in die Finisher-Medaille gravieren lassen (für nur 15,- Euro) und vor den massenhaft vertretenen Fotografen posiert.

Nicht zu vergessen ist Franco, der inkognito als Frau an den Start ging und mit 03:28 hh:mm ebenfalls richtig gut abgeschnitten hat. Damit waren wir alle besser als Haile Gebrselassie, der Marathon-Man himself. Er hat leider aufgegeben.

Ein Dankeschön geht auch an unsere Supporterin Steffi, die uns vom Rücksitz des Autos immer gesagt hat, wo wir lang müssen.

Fazit: Eine für mich gigantische, große und trotzdem schöne Veranstaltung, die immer für einen Weltrekord gut ist und 2012 für mich wieder auf dem Plan steht.

18.10.2011

Kommentare

1 Kommentar
Andreas Krämer schrieb am 19.10.2011 13:39 email homepage

Da bekomm ich gleich wieder Gänsehaut...

War schon eine richtig gute Sache und eine absolute Empfehlung für Neulinge und "Erfahrene" auf der Marathondistanz. Die leichte Ironie in deiner Schreibweise bzgl. der "zentrumsnahen" Unterkunft habe ich registriert... zwinker

Außerdem hat die Medaillengravur "nur" 9 Euro gekostet... Razz

Die Planung für 2012 ist bei mir jedoch noch völlig offen.

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