Amadé Radmarathon 2009
Während sich einige KOPFJAEGER in Obergurig die Beine vertraten, startet ich fast schon traditionell beim Amade Radmarathon in Österreich. Nachdem ich mich über die Jahre von Platz 90 über Platz 30 und letztes Jahr auf den 25. Platz verbesserte, hoffte ich, diesjahr von weiter vorn starten zu dürfen. Doch der Veranstalter meinte, dass nur die besten 15 des Vorjahres nach vorn dürften. Langsame Fahrer würden die schnellen Fahrer behindern (als ob 25. von 600 langsam ist). Also fand ich mich bereits 6:45Uhr im Startblock 3 ein, um wenigstens hier vorn zu stehen, die gut 450 Fahrer vor mir reichen auch so schon. Zu meiner Verwunderung begrüßte uns ein kurzer Regenschauer - komisch, vorher wurden 30°C angekündigt. Aber darauf hatte ich sowieso keine Lust, auf 178km muss man dann nur unnötig viel trinken.
Nachdem 7:40 der Start erfolgen sollte, entfernten die Ordner die Barikaden und wir konnten an den Startblock 2 ranrollen, um uns noch einige Unterweisungen anzuhören. Dabei konnte ich mich noch gut unter den Alpencupfahrern nach vorn mogeln. Der Startschuss erfolgte und es hieß reintreten, denn es blieben nur 2km bis zum ersten Anstieg, von wo an ich mich permanent nach vorn arbeitete. Dabei erkannte ich im Vorbeifahren ein paar bekannte Trikots aus der Heimat, wie vom Radverein Pirna und DKV Neff. Oben angekommen, stürzte ich mich mit einer etwa 10Mann starken Gruppe in die Abfahrt. Doch irgendwie wurde mir dabei zu viel gebremst und ich schloß allein auf drei Fahrer weiter vorn auf. Wieder unten angekommen wartet nach einen kurzen Flachstück der zweite Anstieg auf uns. In der Gruppe konnte ich mich zunächst gut vorn festsetzen und man konnte in 500m vor uns das Fürhungsfahrzeug erkennen. Doch weiter oben konnte ich der Gruppe nicht mehr folgen. Zum Glück schlossen drei Fahrer im flachen Bereich oben zu mir auf und wir konnten uns an die etwa 8 Mann starke Gruppe wieder heranarbeiten. Oben angekommen, begannen wir zu kreiseln. Alle zogen an einem Strang und so schloßen wir nach einer Weile zu einer großen Gruppe auf, von der ich zunächst dachte, dass es die Spitzengruppe sei. Am Abzweig, wo sich die 100km Strecke von der 178er Strecke trennte, schrumpfte die Gruppe stark. Nun führte die Strecke etwas wellig in eine 40km lange Sackgasse mit Wendepunkt. An diesem angekommen, konnten wir eine etwa 10 Manngruppe mit geringem Abstand vor uns ausmachen. Es beteiligten sich wieder mehr Fahrer an der Fürhungsarbeit und so erreichten wir die Spitze.
Jetzt sank das Tempo zusehens. Wieder zurück auf der 100km Runde begannen einzelne Fahrer Attacken zu setzen, doch alle blieben erfolglos. Mehrere Versuche wurden gestartet, wieder etwas Tempo aufzunehmen und zu kreiseln, doch neben mir hatten nur 4-5 Andere das gleiche Bestreben. So fand ich mich etwas vor dem Feld wieder, weil keiner nach mir in die Fürhung wollte. Ich behielt mein Tempo bei, doch keiner hatte die Motivation, mir zu folgen. Hmm... Was nun? Probiere ich es allein, mit der Gewissheit, dass es schwer wird einen geringen Vorsprung über den letzten Anstieg bis ins Ziel zu retten oder nehm ich die Beine hoch und lass mich wieder einholen. Natürlich traf ich die dümmere Entscheidung und fuhr weiter allein. Mein Vorsprung wuchs, so dass ich beim Umgucken nur auf langen freien Abschnitten das Feld sehen konnte. Das Führungsfahrzeug setzte sich neben mich und machte ein kleines Interview. "Brauchst du Wasser?" "Wie viel Kilometer diesjahr?" "Erster Marathon?". Meine tolle Idee mich mit dem Auto über den Anstieg bringen, fanden sie leider nur lustig.
Nun konnte ich schon den letzten Ort vor dem Anstieg erkennen. Doch nein, wer hat den blöden Gegenwind angeschaltet? Mein Plan zerplatzte. Ich hoffte noch einen kleinen Vorsprung bis in den Anstieg retten zu können, doch man stellte mich schon vor der Ortschaft. Den Anstieg konnte ich nun vergessen. Ich platzte schön hinten raus. Zum Glück kamen 4Fahrer vorbei, die es etwas ruhiger angingen. Doch leider waren sie mir kurz vor dem Gipfel zu schnell und ich erklamm die letzen Höhenmeter allein. Die letzten Kilometer bis zum Ziel gestalteten sich sehr freundlich, der Rückenwind sorgte für ein gutes Tempo gen Ziel. So blieb mir immerhin noch der 31. Platz von 557 Fahrern. Das heißt ich darf nächstes Jahr wieder nicht von vorn starten!

Gonna, fetten Respekt für diese Leistung!!! Mir fällt da immer wieder der russische Spruch ein: "Kto nje riskujet, tot nje pjot champanskoye!" - das bedeutet soviel wie: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Also bin ich mir sicher, du hast alles richtig gemacht... auch wenn du "hinten rausgeplatzt" bist - was für ne "Sauerei"