Amadè Radmarathon in Österreich
Radstadt, 20.05.07 Im Januar hatte ich mit 2 Freunden die Idee über Himmelfahrt ein Haus anzumieten und es mit vielen lustigen Leuten zu füllen. Gesagt - getan! Ich wusste auch, dass am 20.05.07 in Radstadt der alljährliche Amadé Radmarathon stattfinden würde, also suchte ich uns ganz uneigennützig ein Haus in dieser Gegend. Unsere 13 Mann - Reisegruppe (darunter 3 Kopfjaeger) die ihre Wurzeln zu 85% in Neustadt (Sachsen) haben, reiste am Mittwoch aus Stuttgart, München, Bremen und Neustadt an. Dieser Kurzurlaub hatte keinen spezifischen Trainingshintergrund, da die meisten sowieso keine Radrennfahrer sind. Also nutzen wir die bombastische Natur 2 Tage zum radeln und 2 zum wandern.
Am Sonntag war es dann für Martin und mich soweit. Wir wollten unser erstes Hochgebirgsrennen hinter uns bringen. Der Wecker schellte bereits 5.15 Uhr und nach einem kurzen Frühstück fuhren wir nach Radstadt. Das Thermometer zeigt mickrige 5 grad die nicht zum Rad fahren einluden. Warm eingepackt rollten wir uns warm und gegen 7.20 Uhr in Richtung Start, fast im Startblock bemerkte ich, dass mein Vorderrad Luft gelassen hat. Also schnell umgedreht zum Auto gefahren und noch schnell mein anderes Laufrad eingespannt und wieder zurück zum 3. Startblock. Ich war sehr unzufrieden mit unserer Ausganglage im letzten drittel des 3. Startblockes und hoffte das mit Hilfe des Transponders die Nettofahrzeit genommen wird. 7.30 Uhr fiel irgendwo sehr weit entfernt und bestimmt 700 Leute vor uns der Startschuss. Ich glaube 5 Minuten später zeigte mein Tacho erstmalig eine Geschwindigkeit von über 30 km/h an. Das Ziel für die ersten 25 km war einfach nur Plätze gut machen und das Feld von hinten zu durchfahren. Der Blick an den ersten Anstieg verriet, dass dies ordentlich Arbeit werden sollte, denn vor lauter Menschen war kein Asphalt zu sehen. Ich öffnete meine Weste sowie Trikot und ließ meinen Puls nach oben schnellen. Ich fuhr also Zick zack um Leidensgenossen und kündigte mein kommen ständig rufen.
Nach dem ersten Berg traf ich dann auch ein bekanntes Gesicht aus der Heimat, Jan von den Picardellics, der heute einer jungen Frau sehr erfolgreich unterstützend zur Seite stand, schickte mich nach einem kurzen plausch wieder weg! ;o) Der Aufstieg nach Ramsau stand bevor und die Menschenmassen nahmen noch kein Ende, jedoch waren Sie schon etwas verteilt so dass ich meinen Rhythmus finden konnte und (für mich gefühlt) recht zügig die ersten Kilometer und wieder einige Mitstreiter überholen konnte. Fliegengewicht Martin, der sich seit Mittwoch mit einer Erkältung und Heiserkeit rum schlug (Erholung empfand er trotzdem als unnötig), hatte inzwischen schon ein paar Meter mehr hinter sich gebracht. Auf den letzten Kilometern dieser Auffahrt ließen spürbar die Steigungsprozente nach. Dies kam mir zu gute und ich konnte vergleichsweise spürbar das Tempo erhöhen so dass keiner aus meiner Umgebung meinem Hinterrad folgen konnte und ich sah an der letzten Rampe Martin der gerade den Anschluss an seine Gruppe verlor. Ich schloss zu ihm auf und bot ihm meinen Windschatten an und so fuhr ich uns gemeinsam an die nächste größere Gruppe wieder ran.
Die nächste Zeit ging es kontinuierlich bergab oder flach. Unsere ca. 15 Mann starke Gruppe teilte sich an der Streckenteilung spürbar und wir fuhren vorerst zu 6 weiter. Die Gruppe lief nicht gut und so schlossen sich bald von hinten wieder einige Fahrer an. In St. Johann begann der letzte Anstieg, Martin und ich immer vorn dabei. Nach 10 km leichtem bergauf war ich an 2. Position unserer Gruppe, ich ging in die Führung und fuhr meinen Rhythmus einfach weiter... Martin war an meinem Hinterrad und setzte sich dann vor mich. Also wollte ich mal einen Blick riskieren wie viele denn noch dabei sind zu meinem erstaunen war keiner mehr hinten dran, ca. 400 m entfernt war die dezimierte Gruppe. Wir fuhren unser Tempo den Berg noch zu Ende und reihten uns dann wieder in der Gruppe ein. Es waren noch 18 km die relativ langsam angegangen wurden, da keiner richtig führen wollte. Da hätte ich das Ding auch mit Martin allein zu Ende fahren können, denn in den folgenden Kilometern fuhr ich oft im Wind, denn ein Grundlagenpuls war in der Situation nicht angepasst.
Martin wagte dann noch am letzten Huggel auf die Autobahn einen Ausreißer, er wurde 500 m vor dem Ziel wieder eingefangen. Im Sprint unserer Gruppe wurde ich zweiter. Im Ziel mussten wir feststellen, dass leider nicht die Nettofahrzeit genommen wurde, sondern die tatsächliche Zielankunft. In der Gesamtabrechnung landete Martin auf dem 101. und ich auf dem 95. Platz. Wir sind damit zufrieden, obwohl durch eine bessere Ausgangslage am Start bestimmt noch ein paar Plätze weiter vorn drin gewesen wären...
Aber wie sagt man so schön: Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gehabt! :o) Bilder von diesem Ausflug findet ihr in unserer Galerie.



