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22.5.2012 | 0:48

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Berlin - Bad Freienwalde - Berlin

Der Blick heute morgen aus dem Fenster erschreckte mich kurz. Dunkle Wolken die den Himmel bedeckten und es regnete aus Eimern. Das Rennen in Berlin sollte für die lizensierten in Sachsen noch anwesenden Kopfjaeger das erste Lizenzrennen werden. Nachdem Franco diese Woche einen Autounfall nur leicht beschadet überstand und Martin sich mit Erkältung abmeldete fuhr ich, jetzt erst recht, nach Berlin.

Ein Wochenende zuvor stand Gonna bei seinem ersten Lizenzrennen in Bayern am Start, welches aber bereits nach ca. 20 km mit einem Platten für ihn endete. Entsprechend gefrustet fuhr er weiter in seine neue Wahlheimat (Bodensee), um in den nächsten Monaten sein Studium abzuschließen.

Pünktlich 10 Uhr stand ich in dem für das Rennen recht schmal besetzen Elite- C -Starterfeld von ca. 120 Fahrern. Die Meute bummelte los und ich positionierte mich erstmal etwas versteckter im Feld. Vor dem Rennen machte ich mir doch viele Gedanken über die für mich ungewohnt lange Renndistanz (141 km), meine problematische Vorbereitung und die daraus resultierende Fitness... ist diese ausreichend, lohnt sich die "weite" Anreise, falls ich zeitig abreißen lassen muss...etc.???

Zum Renngeschehen: beim erstmaligen Überfahren der Kopfsteinpflasterpassage fühlte sich plötzlich mein Hinterrad schwammig an. Ich ärgerte mich schon über den vermeintlichen Platten, hielt an und musste mit Erstaunen feststellen, daes alles in Ordnung war! Was für ne blöde Situation, dass Feld war zum Glück noch nicht weit weg und ich konnte mich auf Grund des bereits erwähnten Bummeltempos und springen zwischen den Begleitfahrzeugen wieder ranfahren. Eine Gruppe hatte sich zwischenzeitlich gelöst, die auch schnell außer Sichtweite war. Vor Freienwalde orientierte ich mich im Feld nach vorn, da ich den Tipp bekommen habe es wäre sinnvoll, wegen vieler enger Kurven in der Stadtdurchfahrt und eine gute Ausgangsposition für den Freiwalder Berg. Dieser Berg (ca. 1,5 km mit 5-6%) wurde doch recht verhalten gefahren und so fand ich mich sogar auf den letzten 300 Metern in der Führung des Hauptfeldes, dies zeugte abermals von einem verhaltenen Tempo. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht gerade der leichtfüßige Höhenmeterfressser bin, umso erstaunter war ich selber. Die letzten 70 km konnte ich mich im Hauptfeld behaupten. 13 Fahrer hatten sich in der ersten Rennhälfte nach und nach abgesetzt. Da ich noch relativ gute Beine hatte wollte ich im Sprint aus dem Hauptfeld nochmal schauen was noch so geht... Ich war nicht ganz optimal an etwa 15. Stelle positioniert. Ein paar Fahrer konnte ich noch überholen und rollte als etwa Zehnter des Hauptfeldes über die Zielliene.

Leider hatte ich vorher nicht meine Rücknummer frei gelegt und sie trotzig unter meinem Jäckchen versteckt, da ich mir nicht vorstellen konnte "soweit" vorn zu landen. Nach Sichtung der Ergebnisliste (bis Platz 30) kann ich aber definitiv sagen, dass ich einer der ersten 25 Fahrer im Ziel gewesen bin. Ich hoffe ich werde mir dieses Jahr noch manchmal soviele Glückshormone erradeln, die nächsten vielleicht beim ScanHaus Cup in Marlow?!
 

 

 

 

06.04.2008
Von: Michael Rinke (Schnie)

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