Kopfjaeger trumpfen beim Amadé Radmarathon 2008 auf
Die Wetterprognose sagte nichts Gutes voraus, doch der Blick aus dem Fenster schaffte Optimismus auf trockene 176km. 6:45Uhr, eine dreiviertel Stunde vor dem Start fanden sich Franco, Martin, Micha (Schnie), Nino und ich in der ersten Reihe unseres Startblocks ein. Ronald, ein nicht Kopfjaeger der mit uns angereist war, musste sich einen Startblock hinter uns einreihen. Wir blieben etwa 10min trocken, danach war selbst meine Hoffnung gebrochen. Nach etwa 30min im Regen fiel der Startschuss. Doch anstatt durchzustarten, rollten wir etwa 50m vor, um uns hinter den Alpencupfahrern einreihen zu dürfen. Bei den Versuchen uns nach vorn zu schieben, verloren wir uns schnell aus den Augen. Micha gelang es am besten die ersten 2km bis zum ersten Anstieg zu nutzen. Bergauf schlängelten wir uns durch die zahlreichen anderen Starter. Kurz vor dem Gipfel erreichte ich Micha und war sehr überrascht so weit vorn anzutreffen. Martin war mir dicht auf den Versen und passierte Micha ebenfalls noch im ersten Anstieg.
5km nach dem Start begann die Abfahrt. Weil ich den Gipfel allein erreichte, musste ich die Abfahrt nutzen um wenigstens an den einen Fahrer in meiner Sichtweite heranzufahren. Das gelang mir recht schnell, weil wir den ersten Teil der Strecke bereits am Vortag abgefahren sind und besonders bei dem Regenwetter war dies von Vorteil. Im kurzen Flachstück bis zum nächsten Anstieg teilten wir uns die Führungsarbeit. Doch unsere Verfolger waren uns dicht auf. In der Unterführung der Bundesstraße war eine 180° Kurve zu durchfahren. Im Kurvenausgang hörte ich es hinter mir Krachen. Ein Verfolger hat die nasse Straße unterschätzt und schlitterte etwa 2m hinter mir über den Asphalt. Im ersten Anstieg sah ich gleich eine kleine Gruppe vor mir, die meinen Ergeiz steigerte. Als ich dann die erste Kehre durchfuhr stieg sie weiter. Martin war dicht hinter mir und ich weiß, dass er trotz seiner Größe der bessere Kletterer ist. Es gelang mir den steilen Teil des Anstieges gut zu nehmen. Pünktlich zu beginn des etwas flacheren Teiles schob sich Martin an mir vorbei und machte gut Tempo. Zum Ende des Berges waren wir eine 6 Mann Gruppe und Martin gab weiterhin das Tempo vor.
Zunächst war die Strecke flach, dann leicht abfällig, mit kurzen Gegenanstiegen bevor es in die längere Abfahrt ging. Unsere Gruppe arbeitete gut zusammen und wir fuhren recht schnell in die größere Gruppe vor uns auf. Diese war etwa 25Mann stark und es wurde richtig Gas gegeben. Mit Erholung war da nicht viel, doch ich ging auch ein paar Mal mit durch die Führung. Am Abzweig, wo sich die lange von der kurzen Runde trennt, wurde klar warum das Tempo so hoch war. Der Grossteil unserer Gruppe fuhr nur die kleine Runde. Doch sehr schnell erreichten wir eine größere Gruppe, mit der wir die 78km lange Sackgasse bewältigten. Hier waren fast nur flache Anstiege zu bewältigen. Die Führung der Gruppe lief nicht sehr gleichmäßig. Viele waren schon erschöpft und auch ich war nur selten in der Führung zu sehen. Deshalb gab es auch mehrere Versuche anderer aus der Gruppe heraus zu fahren. Diese blieben jedoch erfolglos. Kurz vor der Wende kamen uns die beiden führenden Gruppen mit jeweils etwa 10 Fahrern entgegen.
Nach der Wende verlief die Führung gleichmäßiger und auch ich ging mehrmals mit durch die Führung. Doch das hätte mir fast das Genick gebrochen. In einem der wenigen steileren Anstiege fuhr ich von vorn herein und wurde im Anstieg von vielen Fahrern überholt. Ich rechnete damit am Ende des Anstieges vom Rest der Gruppe wieder herangefahren zu werden, doch da war kein Rest mehr. Martin schob sich an mir vorbei und verkleinerte den Abstand zur Gruppe, wir wechselten uns kurz ab und erreichten erschöpft wieder die Gruppe. Mittlerweile hatte es sogar aufgehört zu regnen. Wir passierten nun die dritte Labe (Verpflegung). Doch obwohl Martins Wasserreserven langsam dem Ende entgegen neigten, ignorierten wir auch diese, um nicht den Verlust der Gruppe zu riskieren. Brüderlich teilte wir uns den Inhalt meiner letzten Trinkflasche.
Auf dem längeren abfallenden Stück wollte keiner mehr Führen, erst als es eben wurde und der letzte Anstieg nahte stieg das Tempo wieder an. Sehr zur Unfreude von Martin, der auf der windigen Bundesstraße sehr zu beißen hatte. Am Fuße des letzten Anstieges musste er reißen lassen. Etwa 500m im Anstieg befand sich die vierte und letzte Labe und erstaunlicherweise nutzten viele Fahrer die Chance an Wasser zu gelangen. Ich kämpfte mich mit der Spitze der Gruppe über den Anstieg. Dieser verlief sehr ungleichmäßig, es wechselten sich Anstiege und Flachstücke ab. Leider konnte ich zum Ende hin die Gruppe nicht mehr halten.
Ein Blick nach hinten schaffte mir Sicherheit die letzten Kilometer allein zu bewältigen. Nach dem Überwinden der letzten Steigungen musste ich feststellen, dass ich die Strecke etwas anders in Erinnerung hatte. Ich rechnete mit einer steilen Abfahrt, doch die Abfahrt verlief flach und es war Gegenwind. Nach einer Weile holte mich leider eine 5 Mann Gruppe ein. Ich heftete mich an ihre Versen und ging nach einer kurzen Erholung auch mit durch die Führung. Kurz vor Radstadt wurde das Tempo erhöht und ich konnte mich als dritter unserer Gruppe über die Ziellinie retten. Die Zieluhr zeigte eine Zeit von 4:56h und ich rechnete mit einer Platzierung um Platz 40.
Erschöpft schleppte ich mich zum Getränkestand und wurde gleich von Franco und Ronald begrüßt. Franco musste auf den Abfahrten mehrere Gruppen verlassen weil er aufgrund des Regens nur noch wenig durch die Brille erkannte. Deshalb entschied er sich die kurze Runde zu fahren. Er fuhr in einer etwa 45 Mann starken Gruppe. Doch diese war ihm zu langsam und so machte er ein Einzelzeitfahren über den letzten Anstieg bis ins Ziel. Er wurde 43. von 423 Startern über die kurze Strecke. Ronald entschied sich auf Grund des Wetters auch für die kurze Runde und erreichte Platz 182. Knapp 6min nach mir erreichte auch Martin das Ziel. Und Micha überraschte mich nun zum zweiten Mal an diesem Tag und war nur 20sec hinter Martin. Er fuhr mit einer großen Gruppe in den letzten Anstieg und setzte sich mit 5 Mitstreitern dort ab. Nino finishte mit einer Zeit von 5:28h und das obwohl er letzte Woche in Zwenkau gestürzt war.
Die Ergebnisliste war sehr überraschend, Nino erreicht Platz 110 (von 428), Micha Platz 41, Martin Platz 36 und ich Platz 25. In der Teamwertung belegten wir Platz 5.
Phat Respect Jungs, das muss uns erstmal einer nachmachen!


Noch mal vielen Dank für das Teilen der Trinkflasche Gregor - und wenn ich mir die Fotos so betrachte hab ich gleich wieder Bock mit Euch loszufahren - war ein großartiges Wochenende Jungs!!!
Ihr Haudegen könnt einfach auch grobstollig sehr gut unterwegs sein!!
Hut ab. Sehr lebendiger Bericht Gregor!