Kreismeisterschaft im Zeitfahren und Dreiecksrennen in Ponickau
Für dieses Wochenende bestand folgender Plan: Samstag Teilnahme an der "Kreismeisterschaft im Zeitfahren" in Bautzen und Sonntag beim "2. Dreiecksrennen" in Ponickau.
Es sollte dabei natürlich auch respektable Ergebnisse erzielt werden.
Am Freitagabend wurde ich durch einige Kumpels noch in eine örtliche Lokalität gelockt um das Wochenende gebührend zu begrüßen. Wie geplant begann es sportlich, denn ich bin mit einem meiner Fahrräder in dieses Etablissement gefahren. Der Geist war willig doch das Fleisch war sehr schwach... Das letzte Bier gegen 2.30 Uhr war irgendwie schlecht und es schickte mich zackig ins Bett.
Samstagmorgen weckte mich mein Handy gegen 11 Uhr und ein flaues Gefühl im Magen und mein gefühlter 20 Kilo Schädel ließ keinen Gedanken an körperliche Höchstleistung jenseits der 180er Grenze für mehr als 10 Sekunden zu. Ganz schlechte Voraussetzungen also für ein Zeitfahren. Ich fuhr deshalb nur als Betreuer nach Kleinwelka ich hielt Schirme, reichte Nahrung und nahm Kleidungsstücke unserer Stars entgegen.
Franco und Martin starteten am Nachmittag um 22 km windig und sehr wellige Kilometer zu bekämpfen. Franco schaffte die Strecke in einer Zeit von 33:06 min. (Schnitt 39,88 km/h) was in der Hobbyklasse für Platz 4 reichte und bei den Lizenzer ein 2. Platz geworden wäre. Martin benötigt etwas mehr als 1 Minute länger und fuhr somit auf Rang 10.
Damit mein bescheidener Tag nicht ganz unsportlich endet setzte ich mich am Abend noch auf mein Rad und drehte in meinem Wohnzimmer auf der Rolle noch ein paar Runden. Den folgenden Abend und die Nacht überstand ich unbeschadet.
Am Sonntag lud der Picardellics Velo Team Dresden e.V. zum 2. Ponickauer Dreiecksrennen über 15 Runden á 6,6 km ein. Dem ruf folgten etliche Hobby und Lizenzfahrer. Schon an der Startlinie war ich mir im Klaren das heute ein hartes Stück Arbeit auf uns warten würde, denn die Startliste lies sich sehr attraktiv mit bekannten und guten Radkollegen. Die schöne Strecke mit 2 Hügelchen und orkanartigem Wind sollte beim eingruppieren helfen.
Kurz nach 11 Uhr wurde ich durch die Startpistole heftigst wach gerüttelt und es folgte eine Einführungsrunde. Ab der folgenden Runde probierten ständig Fahrer das Feld mit Attacken wach zu halten. In einer dieser ersten Runden fuhren 2 Fahrer vom RST Freiberg fort und konnten sich ein wenig absetzen, als der Fahrer vor mir aus dem Wind ging war ich an der Spitze des Feldes. Ich beobachtete also meinen Tacho, erhöhte wirklich sehr langsam und behutsam ganz uneigennützig das Tempo um die zwei wieder in das Feld zurückzuholen. Ich fuhr und fuhr, kam den zwei auch immer näher und wollte wieder etwa nach hinten ins Feld zum kuscheln rollen, drehte mich um und sah das Feld weit hinter mir. Die Idee nach 15 km schon vom Feld weg zu sein und mit ausschließlich 2 anderen Radlern zu fahren gefiel mir überhaupt nicht, also zweifelte ich erstmal und nahm etwas den tritt raus, kurze Zeit später wollte ich wenigstens zu den 2 aufschließen, um wieder einige Meter später festzustellen das mich das zu viele Körner kosten könnte und es wieder zu lassen. Jan von den Picardellics schloss etwas später zu mir auf und meinte nach dem andeuten meiner Zweifel das man es doch zu viert probieren könnte. Ich war also erstmal wieder bereit mich für dieses kurze Abenteuer neu zu motivieren. Wir fuhren also zu zweit an die Führenden heran, ich musste jedoch auf den letzten Meter des Zusammenschlusses ganz schön beißen. Zu uns vier gesellten sich dann noch paar andere Fahrer bis wir dann unbedeutend später vom Feld wieder liebevoll aufgenommen wurden. Das war auch schon mein größtes Abenteuer des Tages, etwa 9 km fern ab vom Fahrerfeld mich aufzuhalten.
In der entscheidenden Rennphase als sich das große Fahrerfeld teilte musste ich nochmal ordentlich meine Arschbacken zusammenkneifen, aber ich konnte zur ersten Gruppe aufschließen und mich bis zum Schluss darin halten. Franco war auch in dieser Gruppe. Er versuchte im späteren Rennverlauf ab und an paar Akzente zu setzen die alle gut gemeint waren aber erfolglos blieben. Für mich war es nur noch wichtig meine Position zu halten und das Ziel in dieser Gruppe zu erreichen. Ab Kilometer 80 fingen an meine Beine im Wiegetritt zu krampfen und das Wasser in den Flaschen war weg. Martin kämpfte in der 2. Gruppe mit fehlender Nahrung. Er hatte seine Banane verloren, diese später wieder aufgehoben um sie anschließend während der Aufholjagd zum Feld wieder zu verlieren.
Franco und ich beendeten das Rennen in der ersten Gruppe als gesamt 11. bzw. 13. Martin fuhr in der zweiten Gruppe einen 30. Platz heraus.
Wir hatten riesigen Spass an der Veranstaltung.

