Malevil MTB Marathon in Tschechien
Der Blick aus dem Fenster am heutigen Samstag verriet nichts Gutes. Ein bedeckter Himmel holte Erinnerungen an den Erzgebirgs-Bike-Marathon 2006 in mein Gedächtnis. Nach dem sehr schlammigen, dreckigen und nicht weniger gefährlichen Abenteuer im Erzgebirge habe ich mir geschworen nie wieder eine MTB Rennen bei nassen Bedingungen zu fahren. Schließlich waren die Kosten für die Instandsetzungen meines MTBs nach dem Rennen auch nicht unerheblich.
7:30 Uhr sind wir von Neustadt aus gestartet und hofften das Petrus gnädig mit uns ist und es trocken bleibt. Auf der Malevil Ranch angekommen haben wir uns die Startunterlagen geholt und dann fing es auch schon an es regnete! Ich setze mich ins Auto und protestierte gegen einen Start Martin empfand meine Gründe gegen den Start zwar plausibel, aber so richtig überzeugten diese ihn nicht. 9:20 Uhr ließ ich mich dann doch noch zum Start überreden.
Klamotten übergeworfen, Banane eingeworfen und noch etwas Flüssigkeit aufgenommen und so wollten wir 9:40 Uhr an den Start rollen tja, nur leider zerbrachen in diesem Augenblick Martin seine Träume von einem Start. Ein Kettenglied war verbogen, wahrscheinlich durch den Transport, und so rollte ich allein zum Startplatz. Über 800 Mitstreiter standen bereits in der Startaufstellung und ein Ende der Menschenmassen war nicht in Sicht. Also entschloss ich mich kurzer Hand unter dem Absperrseil durchzukrabbeln und mich in die erste Reihe zu stellen. 10 Uhr fiel der Startschuss und es ging gleich ordentlich los, zum Glück erstmal Einführung auf der Strasse, mit 50 km/h auf der geraden mit dem MTB ist mal was anderes. Als es ins Gelände ging war ich noch unter der Top 20 aber ich wusste noch vom EBM, dass mich noch einige Fahrer überholen sollten, denn das fahren im Gelände gehört nicht gerade zu meinen Stärken. Es hat einige Kilometer gedauert bis ich meinen Rhythmus gefunden habe. Ich konnte mich auch in der ersten Hälfte einer Gruppe anschließen deren Tempo mir sehr gefallen hat. Die Strecke war recht anspruchsvoll, knackige Anstiege gepaart mit anspruchsvollen Abfahrten forderten von Mensch und Material einiges ab. Nicht selten betrug die Steigung 20 % und in Verbindung mit einem losen schlammigen Untergrund war es heftig zu fahren und nicht selten musste ich sogar absteigen und schieben. An den Verpflegungsstellen habe ich nur Getränke entgegen genommen, im nachhinein frage ich mich noch was ich da getrunken habe. Gift-grün und ein krelles rot gehören ja nicht gerade zu den Farben wie ein gesundes Getränke aussehen sollte.
Weiter zum Rennverlauf die Sächsische Grenze wurde passiert, 45 km in knapp 2:15 Stunden waren geschafft, nicht toll aber irgendwie ging auch nicht viel mehr. Inzwischen haben mich auch schon etliche Fahrer überholt und es nervte mich einfach nur noch. Die Kilometer gingen nur noch langsam weg meine Beine fühlten sich schwer und kalt an. Die Konzentration ließ auch nach, was sich in zwei netten abstiegen über den Lenker wieder spiegelte, und jeder Berg tat einfach nur noch weh. Warum tue ich mir das an? Ich empfand es nur noch als Radsport zum abgewöhnen Das schlimmste lag noch vor mir - Jonsdorf war erreicht und es musste noch der Oybin bezwungen werden Der erste Kilometer war recht fix weggespult, denn er war asphaltiert und ich freute mich schon das es ja dann gar nicht so schlimm wird, zu früh gefreut, es ging wieder ins Gelände. Der zweite Kilometer war auch noch recht flüssig gefahren, doch dann wurde der Untergrund immer schlammiger, loser, steiniger und natürlich steiler also entschloss ich mich wie meine Mitstreiter um mich herum die letzten Meter zu Fuß zu bezwingen das 500 m Schild machte mich glücklich, aber nur kurz denn ich sah auf den Tacho und da standen 3,5 km/h was bedeutet es sind bei gleich bleibendem langsamen Tempo noch knapp 9 Minuten bis zum Gipfel. Inzwischen hatte ich Krämpfe in beiden Waden. Ich kniff die Arschbacken zusammen und stieg wieder aufs Rad, kämpfte mich hoch und es folgte eine gefährliche und sehr steile Abfahrt. 8 Kilometer noch und zwei kleine Anstiege mit ab und an krampfigen Waden verflogen recht schnell. Der letzte Kilometer führte und über den Golfplatz der Ranch, Zieldurchfahrt und geschafft... ich schaute auf meine Zeit, 3:31 Std naja, nicht so berauschend auf 62 km. Aber irgendwie reichte es in der Gesamtwertung für Rang 91 von über 750 Finishern, dass machte mich dann doch wieder etwas zufriedener.
Martin kümmerte sich in der folgenden Zeit super um mich und mein Rad. Vielen Dank an dich. Mein MTB und ich waren wieder dreckig von oben bis unten...


