Sieg beim 4. Treppenmarathon Radebeul - Der Bericht
Es ist vollbracht. 100 Ab- und Aufstiege an der Spitzhaustreppe liegen hinter uns. Das waren für jeden von uns 33 Wertungsläufe. Den letzten haben wir gemeinsam absolviert. Nur mal so für die Statistik: Jeweils 13498 Stufen in etwa 3:50 Stunden. Das entspricht einer Durchlaufzeit von etwa 7 Minuten.
Ich war ja am Nachmittag schon zum Atmosphäre schnuppern und Einzelläufer beobachten an der Strecke. Das Wetter war überhaupt nicht berauschend. Relativ kühl und regnerisch. So langsam begann ich mir Gedanken zu machen. Schließlich wollten wir ein ehrgeiziges Ziel erreichen. Zieleinlauf unter 12:30h. Ernsthaft fragte ich mich, ob das bei dem Wetter noch realistisch ist. Angesichts der tapfer durchziehenden Wettkämpfer hoffte ich dann einfach mal auf Trockenheit von oben zu unserem Start.
Zu Hause wurde dann erst mal die Tasche gepackt. Das ist für einen so langen Wettkampf mit immer wiederkehrenden Pausen gar nicht so leicht. Wie viele Hosen, welche Shirts und überhaupt, was nimmt man eigentlich mit? Schließlich war die Kluft im Koffer, das Essen verstaut und ich war bereit für die Henkersmahlzeit. Natürlich Nudeln. Ohne wirklichen Hunger stopften die ziemlich und für das Gewissen schob ich noch eine Banane hinterher.
Kurz nach acht Uhr trudelten Martin, Andreas und Steffi ein. Steffi war für den Abend als Trainerin, Strichlistenbeauftragte und Anschreierin eingeteilt. Wir Jungs brauchten nur volle Kanne die Treppe zu rocken. Eine einfache Aufgabe also. Nachdem alle noch mal Toi-Korrespondenz hielten und Martin uns offenbarte, dass er eigentlich gern was anderes machen würde fuhren wir nach Radebeul. Wir bezogen Quartier und warteten auf die Einweisung. Dabei konnte man schon mal die Gegner checken. Mann, mann, mann, die sahen (fast) alle ziemlich fit und wahnsinnig schnell aus. Egal. Startnummern dran und warmlaufen. Die Entscheidung fällt eh erst spät in der Nacht und so wirklich schlecht sind die Kopfjaeger ja nun auch nicht.
Pünktlich 22h fiel der Startschuss bei Regen. Andreas als Startläufer ordnete sich als vierter ein. Eine gute Ausgangsposition. Nach dem zweiten Durchlauf dann der erste Wechsel auf mich. Die ersten Schritte auf den Stufen nach unten waren etwas schwammig. Hinzu kam, dass Sandstein bei Nässe doch sehr rutschig sein kann. Also Vorsicht. Der Aufstieg lief bestens und ich wechselte nach ebenfalls zwei Runden als dritter auf Martin. Als Schlussläufer und eigentlich auch Schnellster in unserm Team ging der natürlich voll ab. Auch er lief die Runde im Doppelpack und dann gingen wir über zu einfachen Durchläufen. Da waren zwar die Pausen nur knapp 15 Minuten lang, doch wir konnten bei jedem Aufstieg alles geben. Nach einer Stunde lagen nur noch zwei Teams in einer Runde. Weitere 60 Minuten später führten wir bereits mit einem Wertungslauf. Die Zwischenstände wurden regelmäßig ausgehangen und Steffi kreuzelte sehr verantwortungsvoll. Wir waren also jederzeit bestens informiert und es lief rund. Martin glänzte sogar mit Zeiten unter 6 Minuten (nur, weil sein Chef und ein paar hübsche Kolleginnen an der Strecke waren). Trotzdem Hut ab. Auch der Regen hatte ein Einsehen und schaltete auf Null Tropfen.
Zwischen Runde 10 und 15 für jeden machten sich erste Verschleißerscheinungen bemerkbar. Schmerzen zogen durch die Beine und der ein oder andere Krampf meldete sich auch schon. Mir persönlich war wichtig, dass meine Kniegelenke mitspielten. Und das taten sie. Also Zähne zusammenbeißen und Sport machen. Kontinuierlich bauten wir unseren Vorsprung aus. Klar, die Rundenzeiten erhöhten sich etwas, doch wir führten zur Hälfte des Rennens mit mittlerweile fünf Runden. Und dann kam das Unvermeidliche. Nach etwa 70 Runden legte ich eine außergewöhnlich schlechte Runde hin. Der Grund war schlicht und einfach Stau auf dem Weg nach unten. Dazu kam zufällig auch der aktuelle Zwischenstand an den Aushang und wir hatten nur noch vier Runden Vorsprung. Von Andreas bekam ich unverzüglich die Order eine Runde auszusetzen, wenn meine Zeiten weiterhin so schlecht bleiben. Nur gut, dass der alte Mann in den folgenden zwei Läufen mit ordentlichen Zwischenzeiten überzeugen konnte, sonst wäre ich wahrscheinlich aus der Mannschaft geflogen. :-) Hallo Andi, bleib ruhig.
So gegen fünf Uhr morgens machten die Vögel dann mobil und von Runde zu Runde wurde es heller und das Zwitschern lauter. Langsam schien ein Ende in Sicht. Auch die Krämpfe erschienen nicht mehr ganz so schlimm. Fast pünktlich um Acht waren auch wieder unsere Fans an der Strecke und nicht unbeeindruckt von unserer Führung mit mittlerweile 6 Runden. Und plötzlich stand für jeden nur noch eine Runde an. Mit aller Kraft und angespornt von Fanblock und Zaungästen gaben wir alles. Die letzte Runde war dann für mich reserviert. Doch gelaufen sind wir alle drei gemeinsam. Schon auf dem Weg nach unten gab es Glückwünsche und reichlich Beifall. Der letzte Aufstieg verlief fast locker und oben angekommen machte sich endlich ein Lächeln breit und wir liefen als strahlende Sieger ins Ziel. Leni, die ich auf dem Arm hatte, wusste erst nicht so recht, was geschieht, konnte sich dann für die Presse zu einem Lächeln durchringen.
Ja, das Team KOPFJAEGER-SPORTS e.V. hat gewonnen. Die Zeit: 11:41:51 Stunden. Über 45 Minuten schneller als das Minimalziel. Mit ganz Kampfgeist und großer Moral haben wir geschafft, wovon wir nicht mal geträumt hatten.
Danke Martin, danke Andreas. Die Sportstunden mit Euch waren einfach mal richtig geil.
Vielen Dank an das Organisationsteam. Das war richtig gute Arbeit.
Vielen Dank auch an unseren Fanblock: Trainerin Steffi, Moralische Stütze in der Nacht Sandra, Mecki, Uwe, Lydia, Louis, Doris, Wolfgang, Markus, Katrin, Buschs und Martins Kollegen
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Schöner Bericht. Bleibt noch zu erwähnen, daß die drei Stockerlplätze alle unter der Siegerzeit von 2007 geblieben sind.
Grüße aus Ottobrunn als Mitglied der Großenhainer Treppenhaie.
Danke an alle, die körperlich oder einfach nur mental bei uns waren! Ihr wart eine große Unterstützung.
Danke an die Treppenhasen Martin und Mareno.
Wir haben zusammen ne richtig starke Leistung gezeigt.
Super Bericht Mareno. Ich sollte mich mal mit Jana treffen und a bisl über innere Ruhe usw. sprechen ;-)
Nun bleibt mir nur noch übrig, für nächstes Jahr die Werbetrommel zu rühren. Unser "Routinier" Mareno hat mir auf Nachfrage sofort die rote Karte gezeigt.
Bin gespannt, ob ich Martin noch mal begeistern kann... Steffi hat sich bereits optimistisch geäußert. Also machen wir am Besten nur Rollentausch.
Auf zu folgenden großen Herausforderungen!!!
Ein geiler Text "alter Mann"! Von wegen... den hast du's gezeigt
Und als ich dann auch endlich von Eurer Leistung erfahren habe - ich war soooo aus dem Häuschen, ihr könnt's Euch nicht vorstellen!
Kopfjaeger RULEZ!!!