25. Leipziger LVB Triathlon

Erstellt von Andreas Krämer | |   Triathlon

Am Sonntag, dem 27. Juli 2008 waren die Kopfjaeger Steffi und ich aus unserer Triathlonsparte beim 25. Leipziger LVB Triathlon am Start. Für uns beide war es der zweite Auftritt am Kulkwitzer See und gleichzeitig Ort unserer Premiere vom letzten Jahr in dieser faszinierenden Sportart über die olympische Distanz (1,5 / 40 / 10 km). Die Wetterprognosen waren für diesen Tag wieder "steffiunfreundlich" ;-) , d.h. es sollte so richtig heiß werden. Und wenn man auch ab und zu auf die Wetterpropheten bzgl. ihrer Vorhersagen schimpfen mag, diesmal sollten sie absolut Recht behalten.

Wir waren bereits am Samstag nach Leipzig gereist, um uns einerseits am Wettkampftag etwas länger die Kissen ins Gesicht drücken zu können und andererseits das von dem Veranstalter angebotene Neoprentestschwimmen nutzen zu können. Gesagt getan schlüpften wir erstmals in die weiche, enganliegende "Gummimischung", wobei schlüpfen doch eher durch schweißtreibendes und stückweises Hineinquälen zu ersetzen ist.

Und was soll ich sagen, wir waren begeistert, den deutlich spürbaren Auftrieb sowie die herausragenden Kälteschutzeigenschaften zu spüren. Also fix 25 Euro pro Nase berappt und Anzüge weit jenseits der 400 Euro – Marke reserviert. Topmodelle der Marke Sailfish! Leider hatte ich noch arg mit Schmerzen in den "großen Muskelgruppen" zu kämpfen, da ich Knallkörper aus falschem Ehrgeiz am Freitag zuvor meinen Körper beim Dienstsport viel zu sehr geschunden hatte. Das sollte aber nicht der einzige faux pas für dieses happening sein. 

Pünktlich um 11:00 Uhr am nächsten Tag ließen wir, samt Neo, Badekappe und Schwimmbrille ausgerüstet, mit den anderen Lizenzstartern der ersten Startwelle das Wasser des Kulkwitzer Sees bei strahlendem Sonnenschein kochen. Beim Einschwimmen knallte ich zuvor voll mit einem anderen Starter zusammen, wobei ich einen derben Schlag auf meine Schwimmbrille erhielt, welche mir dadurch fast verlustig ging und mir zudem ein blaues Jochbein einbrachte... 

Ich fühlte mich nach den ersten 300 m schon schwach und konnte auch keinen rechten Druck mehr aufbauen. Dank dem Neo entstieg ich den Fluten trotzdem nach etwas mehr als 25 Minuten (gleiche Zeit wie Moritzburg ohne Neo). Unsere Vorzeigediplomsportlerin Steffi hatte weniger Glück. Aufgrund ihrer Ausbildung ist ihre Brustschwimmtechnik fast perfekt, d.h. ihre Wasserlage ist sehr gut. Nun stellte sich der zusätzliche Auftrieb durch den Neo als klarer Nachteil heraus, da sie nun ins Hohlkreuz gezwungen wurde und ihre Beine, übertrieben gesagt, die Vögel grüßten.

In der Wechselzone schälte ich mich fix aus der 2. Haut und begab mich mit meinem Rennradel auf den 4x10 km Rundkurs mit ca. 1,5 km Anfahrtsweg. Leider hatte ich meine Wegzehrung im Wechselgarten vergessen... Steffi war da schlauer, da sie vom weisen Mann Mareno den Ratschlag beherzigt hatte, sich die Carbonate vorher an das Rad zu heften. Auch erwies es sich als sehr ungünstig, nur eine Trinkflasche mit ins Rennen zu nehmen, da ich diese schon nach den ersten beiden Runden hätte auszutschen können.

Durch die für meine Verhältnisse recht flotte Fahrt im 35er Schnitt (Ja Martin, ich habe dein erstauntes Gesicht angesichts dieser für dich erstaunlich durchschnittlichen Zeit nicht vergessen...) erreichte ich nach 43 km in 1:12 h erneut die Wechselzone. Die Dehydrierung machte sich bei mir jetzt deutlich bemerkbar, da ich mir leicht schwankend die Laufschuhe anziehen musste. Und jetzt spürte ich die erbarmungslos brennende Sonne von oben und den abstrahlenden Asphalt von unten. Auch der Bissen vom Energieriegel vor dem Loslaufen hielt sich wacker als zähe, klebrige Masse in meinem ausgetrockneten Mund für den ersten Kilometer...

Ich trabte also mit gequälter Mine im gefühlten "weightwatcher" Volkslauftempo ohne jeglichem Laufrhythmus dahin und in mir geisterten Gedanken herum, ob ich überhaupt durchhalten werde. Ich nutzte jede Möglichkeit, mich mit kühlem Nass zu laben und hoffte stets, dass ich noch zu mir finden würde. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Verpflegungsstellen, die reichlich zu tun hatten und mit dem Nachfüllen der Becher kaum nachkamen, sowie an die zahlreichen Zuschauer an der Strecke, die diese Tortour z.B. mit kurzen Regenschauern aus Gartenschläuchen erträglicher machten. Viele unserer Mitstreiter wurden durch diese Gluthitze leider zum Gehen verdammt.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: ich fühlte mich langsam besser und so konnte ich das Tempo bei Beginn der 2. Runde deutlich forcieren. So beendete ich die 10 km Laufstrecke in mäßigen 47:30 Min. Trotz alledem war ich überglücklich, dass ich diese Hitzeschlacht in überzeugenden 2:29 h bewältigen konnte. Bei milderen Temperaturen und optimalerer persönlicher Organisation sind da aber sicher noch ausschöpfbare Reserven.

Bevor ich mich zum "Erdinger-alkoholfrei-Stand" begab, um mich mit einem kühlen Weißbier zu belohnen, ließ ich meine Belastung durch eine Laktatmessung (6,1 = übersäuert; 1/4h später 5,5) festhalten. Mit Bier und Finisher-Shirt bewaffnet und "stolz wie Oskar" begab ich mich anschließend in den Zieleinlaufbereich zu Steffis Freunden, Karen und Toni, um meine kleine Läuferin auf den letzten Metern zu begleiten.

Vielen Dank euch beiden nochmals für eure moralische Unterstützung und die tollen Bilder!!!

Es dauerte auch nicht mehr lang und Steffi überquerte bei 2:45 h offensichtlich geschafft aber voller Freude die Ziellinie. Zum Vergleich hatte sie einen Laktatwert von 5,5 direkt nach dem Ziel und 3,0 nach 1/4 Stunde. Das spricht eindeutig für sie... 

Alles in Allem war es eine von bester Organisation und Enthusiasmus geprägte Veranstaltung. Wir möchten allen Beteiligten, Helfern und Organisatoren herzlich danken. Weiter so und bis zum nächsten Jahr! Einzige Verbesserungsmöglichkeit sehe ich in der strikteren Durchsetzung des Windschattenfahrverbotes, was uns ehrliche Sportler einfach nur ärgert.

Ergebnisse: Steffi 24/58 AK W25 7/16
Andreas97/372AK M25 35/86

Steffi hat mit ihrer Zeit 165 Männer hinter sich gelassen... Vor mir haben sich acht Frauen platziert...

HerzlichstSteffi & Andreas

Tria-Duo Steffi Junge und Andrea Krämer beim Leipziger Triathlon am Kulkwitzer See
Tria-Duo Steffi Junge und Andrea Krämer beim Leipziger Triathlon am Kulkwitzer See