Europamarathon Görlitz 2008

Erstellt von Steffi | |   Laufsport | Marathon

...und wie Steffi darüber denkt

42,195 km - was bedeutet das für mich??? Vielleicht für einige kleine blonde Hobbits unter uns eine Strecke, die noch niemals auf dem Tageskilometerstand des Radcomputers angezeigt wurde! Für mich ist es neben dem Leipzig-Triathlon vom letzten Jahr ein weiterer sportlicher Lebenstraum.

Und wie Andreas bereits geschildert hat: ICH HABE ES GESCHAFFT!!!

Das Wetter war wirklich nicht so mein Ding: blauer Himmel mit Sonnenschein! Da denkt man eher daran, in welches Eiscafe ich als Erstes gehe und nicht an einen Wettkampf. Aber ich hatte ja keine Wahl: Denn Startgeld ist Startgeld!!

Aber ich wurde immer aufgeregter je näher der Start rückte. Besonders als ich noch einige Freunde aus Leipzig traf, die mir dann zunehmend sagten, wie verrückt ich doch sei und wie anstrengend die Strecke in Görlitz wäre. Super, dachte ich mir, genau DAS wollte ich jetzt hören. Aber so nebenbei: die eine Freundin wurde Zweite beim HM Inliner und mein Freund wurde Erster bei HM Inliner. Also noch mal Gratulation an diese Sportler!!!

Der Startschuss fiel nun und Andreas und ich setzten uns langsam in Bewegung. Der Start verlief richtig super, da ich aber auch noch nicht wusste, was noch kommt. Und so wurde es schon ab Kilometer 15, eigentlich "pillepalle Strecke", anstrengend. Und ich dachte mir, das schaffst du nie, wenn du schon vor dem HM "abkackst". Aber die Kilometer krochen zwar langsam, aber sie krochen, an uns vorbei. Und so kam dann auch endlich die Halbzeit!!! Juchhu, jetzt bist du aufm Heimweg!

Aber dann kam Kilometer 30 und der vorhergesagte Berg mit Schleife. Und das war nicht genug, kam mir da auch noch die erste Frau entgegen!!! Im Ziel erfuhr ich, dass sie aus Hamburg kam. Na warte, nächstes Jahr versenk ich dich beim Hamburger Marathon.

So also schleppte ich mich mit Andreas den Berg rauf. Eigentlich war der Berglauf gar nicht so schlecht, denn da kam endlich mal eine andere Belastung auf die Knie und sie hörten auf zu schmerzen. Und bergab kam man an all den Leuten vorbei, wo man wusste, die sind hinter einem! Und von einigen hätte ich nie gedacht, dass ich die hinter mir lasse. Aber Aussehen und Equipment bringt eben noch keine Beine - stimmtÂ’s ihr Radfahrer!!??

Und dann schleppten wir uns weiter von Kilometer zu Kilometer. Und irgendwann kam auch endlich das "geliebte" Ortseingangsschild von Görlitz. Mittlerweile war ich auch bei den Frauen auf den 5.Platz gerutscht. Ich wollte Andreas nicht länger mehr das Bild dieser Sportlerin antun. Für nähere Infos fragt bitte Andreas!

Und dann rannten wir wieder weiter zu jeder höheren Kilometerzahl. Zwischendurch kam noch der "allseits gefürchtete" Weinberg, den ich aber nicht so als schlimm empfand. Danach wurde mir von Andreas ja auch gleich das Ziel versprochen, natürlich stellte es sich heraus in 2 km. Und wie lang können schon zwei Kilometer sein? Sehr, sehr, sehr lang. Aber zum Glück wurden wir auf den letzten Kilometern von einem Radfahrer begleitet, der uns gut zu sprach. Und so war mir sogar noch ein Endspurt möglich. Ich kam zwar völlig körperlich und leistungsmäßig am Ende an, aber ich schaffte es in einer Zeit von 3h 45min.

Danach kam dann endlich der angenehme Teil mit Massage, die wirklich Wunder vollbracht hat; mit Eltern und Sandra, als seelische Unterstützung; mit Medaille, als Zeichen des geschafften Lebenstraums; mit leckerem Essen und mit dem ersehnten Bier, zum Frohsinn des Martins.

Zusammenfassend kann man sagen: ein sehr schönes sportliches Ereignis, wo man seinen Körper wieder an eine Grenze herangebracht hat, welche aber - wie ich finde - noch ausbaufähig ist!!! Sei es durch weitere Marathonläufe oder durch größere Wettkämpfe (der nächste sportliche Lebenstraum steht vor der Tür).