Rund um Großwaltersdorf - Männer Elite ABC

Erstellt von Michael Rinke | |   Straßenradsport/Rennradsport

Der Radsportsamstag verschlug uns etwa 60 km südwestlich von Dresden ins Erzgebirge. Franco und ich rechneten mit ordentlich Höhenmeter auf dem Dreikilometerrundkurs! Die überschaubaren 1200 Höhenmeter verteilten sich auf die 90 Kilometer erstaunlich human und weniger steil.

Kurz vor dem Start gab Wolfgang Lötzsch (...wer Ihn nicht kennt, sollte zwingend google anwerfen...) noch ein Interview beim Rennmoderator und kurz danach starteten wir und die anderen C-Fahrer mit 90 Sekunden Vorgabe vor den AB-Kannibalen. 

Ich konnte bei der Anreise noch nicht ganz beurteilen wie sich die Beinchen heute anfühlen und was die so hergeben. Von Rennbeginn an orientierte ich mich an die Spitze, leichtfüssig gingen die ersten Runden vorüber und ich fand mich ausversehen in der zweiten Runde in der Führung am Hügel und bereitete damit schon den Sprint für Franco in der 30. Runde vor. :) Die anschließende erfolglose Attacke bin ich mitgegangen. Franco versuchte es kurze Zeit später auch, aber auch diese Gruppe kam nicht weg. 

Meine Beine fühlten sich heute sogar so gut an, dass ich die vergangen Rennen mit den großen Jungs des Amatuerradelns total verdrängt habe. Wäre es doch für mich schon schön im ABC-Feld überhaupt das Ziel zu erreichen. Zwischenzeitlich hatte sich ein kleines Grüppchen wenige Sekunden absetzen können. Es dauerte nun auch nicht mehr lang und die Schnellen um Birkenfeld haben uns eingesammelt. Nach kurzem Durchatmen im Feld ging die Hetzerei wieder von neuem los. Den Anfang machte Birke mit einem kräftigen Antritt kurz vor der Kuppe am Hügel. Mein Hirn inzwischen vollkommen ausgeschaltet, setze ich mit einigen anderen Fahrern nach und kullerten mit über 60 Sachen die leicht abfallende Gerade entlang, eine halbe Runde später war das Feld wieder beisammen. Das weiter fehlende Beurteilungsvermögen meiner körperlichen Grenzen veranlasst mich den nächsten scheiternden Angriff aus dem Feld heraus wieder mitzugehen. Die nun schon für längere Zeit anhaltende Schnappatmung habe ich inzwischen registriert und verkroch mich nun endlich im Feld. Nachdem ich nun die Segel wieder eingeholte hatte, konnte sich auch eine größere Gruppe absetzen. Im weiteren Rennverlauf der verbliebenen zwanzig Runden hatte ich nichts mehr zu melden und war damit beschäftigt im Feld zu bleiben, welches sich kontinuierlich verkleinerte. Franco war stets in meiner Nähe und kämpfte auch mit dem Verbleib im Rennen. 

In der Überfahrt der 26. Runde haben dann die sinnfrei verschleuderten Körner der ersten Runden bei mir gefehlt und ich musste das mickrige Hauptfeld mit ca. 20 Fahrern ziehen lassen. Franco biss sich ein weiteres Mal fest und konnte sich bis zum Schluss behaupten. Den Sieg strich ein KED Bianchi Fahrer vor Birkenfeld aus der 12-köpfigen Spitzengruppe ein. Beim Zielsprint aus dem Hauptfeld heraus konnte Franco von meiner guten Vorbereitung aus der 2. Runde profitieren und wurde 3. des Hauptfeldes. Nach dem Einsammeln meiner weggeschmissenen Flasche folgte ich mit kleinem Rückstand auf das Hauptfeld und hab somit die komplette Renndistanz trotzdem geschafft.